Hanf eine ökologische Wunderpflanze

Geschichtliches

Der Kulturhanf (der nicht mit seinem Verwandten Cannabis Indica verwechselt werden darf!) stammt aus Mittelasien. Seine Fasern und Samen werden seit 8.000 Jahren genutzt. So wurde er von den Römern in Honig gehüllt und wie kleine Dragees genossen. Heute werden Hanfsamen in Form von Mehl, Öl, Bier u.v.m. verzehrt.

Hanf wird wegen seinen Fasern in der Bretagne schon seit mehreren Jahrhunderten für das Weben von Leinwänden angebaut. In Noyal sur Vilaine, der Wiege der Sojade-Produkte, wurden Bootssegel aus Hanf hergestellt, die im 17. Jahrhundert zur Referenz in den Häfen von ganz Europa wurden. Legenden zufolge waren es die „Noyaler“, die die Schiffe ausstatteten, mit denen Christoph Kolumbus in Amerika landete.

nährwerte

Im Inneren seiner kleinen schwarzen Samen verbirgt sich ein ernährungsphysiologischer Schatz: Omega 3. Das sind Fettsäuren, die als „essenziell“ bezeichnet werden, weil unser Körper sie nicht selbst herstellen kann und wir sie daher über die Nahrung aufnehmen müssen. Das Verhältnis Omega 6/ Omega 3 von Hanf ist 5/1, also nahe an den für die menschliche Gesundheit empfohlenen Verhältnis (4/1), während es in unserer Ernährung oft 20/1 beträgt. Der Verzehr von Produkten aus Hanfsamen hilft daher, unsere Zufuhr an essenziellen Fettsäuren wieder auszugleichen.

Wofür brauchen wir Omega 3?

Diese essenziellen Fettsäuren nehmen an vielen und sehr wichtigen physiologischen Prozessen teil: Sie greifen in jedem Lebensalter in den Aufbau und die Integrität der Zellmembranen, in kardiovaskuläre Funktionen, in das Gehirn und das hormonelle System ein…

Unsere Nahrungsmittel liefern uns in der Regel genügend Omega 6 (zu finden in Sonnenblumenöl, Maisöl, Traubenkernöl…). Sie sind jedoch ärmer an Omega 3 und für die meisten von uns sogar unzureichend. Deshalb ist es wichtig, Lebensmittel zu essen, die Omega 3 enthalten. Auch bestimmte pflanzliche Öle sollten täglich verzehrt werden, insbesondere Raps-, Walnuss-, Lein-, Soja-, Hanf- oder Weizenkeimöl, vorzugsweise nur schonend gegart, da diese Fettsäuren hitzeempfindlich sind. Andere Omega 3-Quellen sind Produkte wie Nüsse, unsere Hanfdesserts, Leinsamen oder Chiasamen…

Nachhaltigkeit und Anbau

Eine Hanfpflanze erreicht 2,5 bis 3,5 m Höhe. Sie wird im Mai ausgesät, Ende September geerntet und hat ein sehr schnelles Wachstum. Sie ist eine, winterharte Pflanze, die besonders widerstandsfähig ist, nur wenig Pflege bedarf und daher für den ökologischen Anbau geeignet ist. Ein Hektar eines Hanffeldes bindet so viel CO2 wie ein Hektar Wald (15 Tonnen). Ein Hanffeld kann bis zu 4 Metern hoch werden und ist so ein Reservoir voller Biodiversität, die dem des Waldes nahekommt: Er schützt ökologisch empfindliche Insektenarten.

Für unsere Produkte benötigen wir nur die Samen. Die Blätter und Stiele werden jedoch anderweitig weiterverwendet, beispielsweise für Bauisolierungen oder als Textilfaser.

Eine ökologische Pflanze schlechthin!

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